Sonnenschirm aussuchen: Welche Stoffklasse brauche ich?
- 11. Mai 2026
- Gartenmöbel Magazin, Kaufberatung
Bei der Auswahl des neuen Sonnenschirms kommt es nicht nur auf Farben oder Funktionen an. Gerade auch der Stoff spielt eine wichtige Rolle – sowohl beim Endpreis als auch bei wichtigen Eigenschaften des Schirms.
Wer sich für ein Modell des Schweizer Herstellers GLATZ entscheidet, stößt dabei schnell auf die Bezeichnungen Stoffklasse 2, Stoffklasse 4 und Stoffklasse 5. Laut GLATZ bieten alle Schirmbezüge unabhängig von der Stoffqualität einen maximal möglichen UV-Schutz von mehr als 98 Prozent. Die Unterschiede liegen vor allem bei Farbechtheit, Lebensdauer, Reißfestigkeit, Wasserabweisung sowie Optik und Haptik.
Kurz gesagt: Ist Ihnen ein gutes Verhältnis aus Preis und Materialeigenschaften wichtig, kann Stoffklasse 4 eine interessante Wahl sein. Stoffklasse 2 eignet sich für preisbewusste Käufer, während Stoffklasse 5 vor allem in puncto Langlebigkeit, Stoffqualität und Haptik überzeugt.
Wodurch unterscheiden sich die Stoffklassen wirklich?
Ein weit verbreitetes Missverständnis: Höhere Stoffklassen bieten nicht automatisch mehr UV-Schutz. Laut GLATZ erfüllen alle Schirmbezüge – unabhängig von der Stoffklasse – die gleichen Anforderungen an einen langlebigen Schirmbezug und bieten einen maximal möglichen UV-Schutz von mehr als 98 Prozent.
Die tatsächlichen Unterschiede zwischen den Stoffqualitäten liegen in:
- Lichtechtheit: Wie lange bleibt die Farbe des Stoffs unter direkter Sonne stabil, bevor sie merklich verblasst?
- Lebensdauer und Reißfestigkeit: Wie robust ist das Gewebe, gemessen an Gewicht (Grammatur) und Verarbeitung?
- Wasserdichtigkeit: Gemessen an der Wassersäule des Stoffs – wichtig, wenn der Schirm auch mal Regen abhalten soll.
- Haptik und Optik: Hochwertigere Stoffe wirken matter und fester, einfachere Stoffe eher glänzend und leicht.
Stoffklasse 2: Der günstige Einstieg
Stoffklasse 2 ist die preiswerteste der drei GLATZ-Klassen. Zum Einsatz kommt hier ein leichtes Polyestergewebe, das stückgefärbt wird. Das heißt, der Stoff wird zuerst gewebt und anschließend gefärbt, so dass die Farbe nur auf der Oberfläche der Fasern aufliegt und mit der Zeit verblassen kann. Diese Stoffe reagieren übrigens auch empfindlicher auf Knicke und Falten, denn die äußere Farbschicht kann brechen, wodurch der helle Faserkern sichtbar wird.
Einsatzempfehlung: Ideal für Preisbewusste oder schattigere Stellplätze. Wenn Sie sich für Stoffklasse 2 entscheiden, wählen Sie am besten helle Farbtöne (z. B. Weiß oder Natur), da das Ausbleichen hier optisch kaum auffällt.
Stoffklasse 4: Der beste Kompromiss
Stoffqualität 4 stellt eine höhere Qualitätsstufe dar und ist mit seinem guten Preis-Leistungs-Verhältnis für die meisten Einsatzzwecke die beste Wahl. Auch hier kommt Polyester zum Einsatz, jedoch eine sogenannte Stapelfaser (auch als Spun Polyester bekannt), die vor dem Weben in kurze Stücke geschnitten und wie Baumwolle versponnen wird. Dadurch glänzt der Stoff nicht wie herkömmliches Polyester, sondern hat eine mattere Textur.
Zusätzlich ist der Stoff bei dieser Klasse spinndüsengefärbt, das heißt, die Farbpigmente werden bereits bei der Faserherstellung tief in den Faserinnenkern eingebracht. Dadurch bleibt der Stoff deutlich länger farbecht als bei Stoffklasse 2, auch dunklere und kräftigere Farben bleiben über Jahre ansehnlich. Verbindlich sind hier immer die genauen Angaben und Garantiebedingungen des Herstellers.
Einsatzempfehlung: Die beste Wahl für die meisten Terrassen und Balkone. Hohe Wasserabweisung (Wassersäule > 150 mm) hält auch Sommerregenschauer zuverlässig ab.
Stoffklasse 5: Maximale Langlebigkeit und größte Farbauswahl
Stoffklasse 5 besteht nicht aus Polyester, sondern aus Polyacryl – dem gleichen Material, aus dem auch Markisen gefertigt werden. Dank eines speziellen Herstellungsverfahrens ist dieser Stoff besonders reißfest und spannungsstabil, zusätzlich ist auch dieser Stoff spinndüsengefärbt. Das macht die Stoffklasse 5 zur langlebigsten und wasserabweisendsten der drei Klassen.
Der Aufpreis gegenüber Stoffklasse 4 lässt sich jedoch nicht allein damit begründen, der UV-Schutz ist bei allen Klassen identisch. Der entscheidende Vorteil von Stoffklasse 5 ist die größere Farbauswahl sowie die edlere, mattere Optik.
Einsatzempfehlung: Die erste Wahl für Wind- und Wetter-Bereiche, die Gastronomie, maximale Farbvielfalt oder wenn der Schirm den ganzen Sommer über ungeschützt im Freien steht.
GLATZ-Stoffklassen im Überblick
| Eigenschaft | Stoffklasse 2 | Stoffklasse 4 | Stoffklasse 5 |
|---|---|---|---|
| Material | 100 % Polyester | 100 % Polyester (Stapelfaser) | 100 % Polyacryl |
| Grammatur (Dichte) | ca. 220 g/m² | ca. 250 g/m² | ca. 300 g/m² |
| Färbeverfahren | Stückgefärbt | Spinndüsengefärbt | Spinndüsengefärbt |
| Lichtechtheit | Level 5–6 (gut bis sehr gut) | Level 7 (sehr gut) | Level 7–8 (hervorragend) |
| Wassersäule | > 100 mm | > 150 mm | > 350 mm |
| UV-Schutz (UPF) | > 98 % (UPF 50+) | > 98 % (UPF 50+) | > 98 % (UPF 50+) |
| Preis-Leistung | Einstiegsklasse | Empfohlener Allrounder | Premiumklasse für Höchstanprüche |
Angaben basierend auf Herstellerinformationen von GLATZ. Verbindlich sind stets die aktuellen technischen Datenblätter und Garantiebedingungen des Herstellers zum jeweiligen Produkt.
Gut zu wissen: PFAS-freie Stoffe
Seit 2026 bezieht GLATZ ausschließlich PFAS-freie Textilien für seine Sonnenschirmbezüge, das heißt ohne Einsatz von per- und polyfluorierten Chemikalien bei der Imprägnierung. PFAS, sogenannte “Ewigkeitschemikalien”, stehen zunehmend in der Kritik, da sie sich in der Umwelt kaum abbauen. Wer beim Neukauf auf Nachhaltigkeit achtet, findet hier ein zusätzliches Kaufargument.
Fazit: Stoffklasse 4 gewinnt für die meisten Kund:innen
Stoffklasse 4 ist aus unserer Sicht die beste Wahl für die meisten Einsatzzwecke: gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, lange Farbechtheit, solide Wasserdichtigkeit. Wer sparen möchte, greift zu Stoffklasse 2 und wählt idealerweise eine helle Farbe. Stoffklasse 5 lohnt sich für den Dauereinsatz oder wenn eine der zusätzlichen Farbvarianten überzeugt – nicht wegen eines besseren UV-Schutzes, sondern wegen Langlebigkeit und Optik.
Häufig gestellte Fragen
Bietet eine höhere Stoffklasse besseren UV-Schutz?
Nein. Laut GLATZ garantieren alle Stoffklassen (2, 4 und 5) einen UV-Schutz von über 98 %. Höhere Klassen unterscheiden sich in Lichtechtheit, Langlebigkeit und Wasserdichtigkeit, jedoch nicht im Schutzgrad selbst.
Schützen dunkle Sonnenschirme besser vor UV-Strahlung als helle?
Nein. Bei GLATZ Sonnenschirmen bieten alle Stoffklassen (2, 4 und 5) denselben maximalen UV-Schutz von mehr als 98 % (UPF 50+), unabhängig von der Tuchfarbe. Ein heller Schirm filtert die schädliche UV-Strahlung somit genauso zuverlässig wie ein dunkler Schirm.
Welcher Stoff eignet sich am besten für Sonnenschirme?
Synthetische Stoffe wie Polyester und Polyacryl haben sich bewährt. Polyester ist günstiger, verfärbt sich aber mit der Zeit stärker. Polyacryl (Stoffklasse 5) ist deutlich farbechter und langlebiger, dafür teurer.
Was bedeutet Lichtechtheit bei einem Sonnenschirm?
Lichtechtheit beschreibt, wie gut der Stoff seine Farbe unter Sonneneinstrahlung behält. Das ist bei einem Sonnenschirm besonders relevant, weil der Bezug während der Sommersaison regelmäßig intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Je höher die Stoffqualität, desto länger bleibt die Stofffarbe laut GLATZ erhalten.
Wie lange hält ein Sonnenschirmstoff?
Eine pauschale Lebensdauer in Jahren ist bei Sonnenschirmstoffen wenig aussagekräftig. Ein Schirm, der täglich über viele Stunden in der Sonne steht, wird anders beansprucht als ein Sonnenschirm, der nur gelegentlich am Wochenende geöffnet wird. Auch Lagerung und Pflege spielen eine wichtige Rolle. Höhere Stoffqualitäten bieten laut GLATZ bessere Voraussetzungen für eine lange Lebensdauer.
Ist ein Sonnenschirm der Stoffklasse 5 wasserdicht?
Bezüge der Stoffklasse 5 aus Polyacryl bieten von allen drei Klassen die beste Wasserdichtigkeit und halten auch längere Schauer gut ab. Für dauerhaften Starkregen sind Sonnenschirme grundsätzlich nicht ausgelegt.
